(2011)

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Margarete Sorg-Rose
KOMPONISTIN, Dirigentin, Autorin  /  COMPOSER, conductor, author 

Zum Werk / My compositions


Künstlerische Positionierung / Ästhetik


Das Bemühen um die Berührung des Menschen und des Menschlichen an sich durch die künstlerische Arbeit betrachte ich als meine Aufgabe. In meiner frühen kompositorischen Entwicklung orientierte ich mich daher an jenen Komponisten, deren Musik in diesem Sinne auf mich einwirkte - dabei hat mich insbesondere das kirchenmusikalische Schaffen Johann Sebastian Bachs, eine von tiefster Humanität erfüllte Musik, die mich in meiner Kindheit und Jugend vorrangig begleitet hat, entscheidend geprägt (man spürt in seiner Musik nicht nur die Tiefe seines christlichen Glaubens, sondern auch die Größe seines persönlichen seelischen Schmerzes, den er im Leben erleiden musste), ebenfalls das Liedschaffen Franz Schuberts und die Sinfonik Gustav Mahlers. Später kamen, zeitgenössisch beeinflussend, Werke von Arnold Schönberg, Alban Berg, Igor Strawinsky, Karl Amadeus Hartmann, Hans Werner Henze und Krzysztof Penderecki hinzu.

Meine Musik möchte, von der Tradition beeinflusst - im Rückblick vorwärtsschreitend - und in Anlehnung an traditionelle musikalische Formen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Spannung und Entspannung darstellen. Als "Romantikerin" halte ich am Ausdrucksideal des 19. Jahrhunderts fest. Die Töne gelangen über sinnliche Eindrücke assoziativ in mein Bewusstsein, im Rahmen einer spirituellen "Betrachtung des Großen und Ganzen, da, wo auch das nicht Sichtbare seinen Platz hat" (Paracelsus).

In meinen Vokalkompositionen mit literarischen Textgrundlagen - zeitgenössische Lyrik, Texte der klassisch-griechischen Weltliteratur, liturgische Texte (insgesamt vor allem humanistisch geprägte Inhalte) - spielt Kantabilität eine wichtige Rolle, und der Hörer soll mitempfinden und spüren können, dass meine Musik auch Themen berührt, die andere Menschen interessieren, weil diese Themen menschlich sind. Diese Musik möchte den Hörer somit in eine musikalisch-künstlerische Kommunikation  führen, die (auch tröstlich, psychologisch Spannungen abbauend im Sinne einer aristotelischen Katharsis und daher ebenfalls therapeutisch) seiner Seele nützlich sein kann - Musik als Sprache der Seele oder (in Abwandlung eines Zitats von Franz Kafka) als schmelzendes Feuer für das gefrorene Meer in uns. In diesem Kontext kann sie - im Rahmen ihres eigenen ästhetischen Wertes, meiner ganz persönlichen Musiksprache - durchaus auch innerhalb des gesellschaftlichen Umfeldes realitätsbezogen "engagiert" sein und möchte sich daher nicht (wofür sich "l´art pour l´art" bewusst entscheidet) von der Gesellschaft isolieren (so interessant l´art pour l´art natürlich ist). Meine kompomierende Seele wird wie ein Seismograph auch von dem beeinflusst, was um mich herum passiert. Ich stelle mich mit dieser Position in die Tradition vieler namhafter Komponisten der Musikgeschichte (Johann Sebastian Bach beispielsweise verband sein kompositiorisches Schaffen eng mit dem Christentum - auch der nichtgläubige Musikliebhaber wird anerkennen, dass aus einem solchen Engagement heraus große Musik entstanden ist) bis in die neueste Zeit hinein.

Diese Intension beeinflusst ebenfalls meine Arbeit an Orchesterwerken (wobei ich der Gattung "Sinfonie" besondere Aufmerksamkeit zuwende) und Kammermusik.


Schaffensschwerpunkt:

Chor- und Orchesterwerke/Sinfonik, Vokalkompositionen, Kammermusik.


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Compositional works


I see it as my mission to attempt to communicate with humanity and inherent human emotions through my artistic activities. During my early compositional development, I therefore oriented myself towards composers whose music affected me in the same way – the sacred works of Johann Sebastian Bach which had accompanied me throughout my childhood and youth exerted a decisive influence at this time, as this music communicates a profound sense of humanity. The same holds true for Schubert’s lieder and the symphonies of Gustav Mahler. Subsequently, contemporary works by Arnold Schoenberg, Alban Berg, Igor Stravinsky, Karl Amadeus Hartmann, Hans Werner Henze und Krzysztof Penderecki had an additional influence on my musical development. My music strives to represent a balanced relationship between tension and relaxation and is influenced by tradition and based on traditional musical forms. The notes enter my consciousness via sensual associative impressions within the framework of a spiritual “observation of the whole in which even the non-visible has its place” (Paracelsus). In my vocal compositions based on literary texts, cantability plays a significant role. Listeners should be able to empathise and sense that my music touches on topics which have an impression on other people because these topics are also human issues. The music aims to lead listeners into a musical-artistic form of communication which can perhaps be of benefit for their souls – this intention is to an equal extent the foundation of my orchestral and chamber music compositions.


Core areas of my creative activity:

Choral and orchestral works, vocal compositions and chamber music.


Margarete Sorg-Rose


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Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche

Tradition is passing on the flame and not the consecration of ashes


Gustav Mahler

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